Brand Wald, Freudenberg

Fahrzeuge im Einsatz: MZF, V-LKW,


"Brand Wald, groß" lautete die Alarmmeldung, als die Feuerwehr Stadt Vilseck mit ihrem Modularen Gerätesatz Vegetationsbrandbekämpfung (MGV) am Freitag, dem 31. Juli 2026 gegen 17.15 Uhr zu einem Waldbrand in der Gemeinde Freudenberg alarmiert wurde.

 

Als gegen 16.50 Uhr die örtlichen Feuerwehren zu einem Brand am Johannisberg alarmiert wurden, war von einer Einsatzdauer von über 50h nicht zu denken. Bereits auf der Anfahrt zum Bereitstellungsraum war eine starke Rauchentwicklung aus dem Waldgebiet zu vernehmen.

 

Beim Eintreffen wurde der Feuerwehr Stadt Vilseck mit Führungsfahrzeug und V-LKW die Beteiligung mittels Manpower in einem Einsatzabschnitt in Hanglage sowie die Ausgabe von Gerätschaften des MGV zugewiesen. Nach der Anfahrt im Gelände war im entsprechenden Einsatzabschnitt bereits festzustellen, dass eine weitere Brandbekämpfung ohne Gefährdung von Mannschaft und Fahrzeugen nicht möglich ist, weswegen ein Rückzug aus diesem Abschnitt angeordnet wurde.

 

Im Anschluss an eine erneute Lagebesprechung wurde gemeinsam mit weiteren Einheiten an die Spitze des Johannisberg, die Wallfahrtskirche St. Johannes (652 m. ü. NHN), verlegt. Gemeinsam mit einem Fachberater Vegetationsbrandbekämpfung und Kreisbrandmeister Dominik Ernst wurde die Lage vor Ort erkundet und der Löschangriff geplant, um eine Ausbreitung und Gefährdung des Kulturguts zu verhindern. Bereits vorhandene Plateaus dienten als ideale Grundlage für die Aufstellung von Faltbehältern, um das Löschwasser aus den Fahrzeugen in das Waldgebiet zu transportieren. Mit mehreren C-Leitungen wurde die Schlauchleitung talwärts gelegt, um im Anschluss mit D-Leitungen die Brandbekämpfung zu beginnen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Mittels Pendelverkehr wurden die Faltbehälter in regelmäßigen Abständen befüllt, um zu jeder Zeit ausreichend Löschwasser im Berg zu haben. In gemeinschaftlicher Handarbeit mehrerer Feuerwehren wurden die Flammen eingedämmt und die Ausbreitung eingeschränkt. Nach einer ersten Besserung wurde der Einsatz von Handwerkszeug zur Schaffung von Schutzstreifen durchgeführt. Die lodernden Baumstämme, zu fallen drohende Bäume und eine - durch die einsetzende Dämmerung - schlechter werdende Sicht erschwerten die Bedingungen am Berg. Ein drohendes Unwetter zwang die Einsatzkräfte gegen 22.00 Uhr zum Abbruch der Maßnahmen und zu einem Rückzug in den Bereitstellungsraum. Nach einer erneuten Lagebesprechung wurden die Einsatzkräfte zum Teil aus dem Einsatz entlassen, Nachtbereitschaften sorgten für eine Grundsicherung am Berg. 

 

Bodenfeuer im Johannisberg, Freudenberg - © Feuerwehr Stadt Vilseck

 

Am Folgetag, Samstag, den 01. August 2026, wurden die Kräfte der Feuerwehr Vilseck gegen 08.00 Uhr erneut für den Einsatz angefragt. Ein strukturiertes Vorgehen im - für die Kräfte zum Teil bekannten - Einsatzabschnitt sorgte für kräftezehrendes, aber erfolgreiches Vorgehen. Über den Tag konnte die Brandausbreitung ausgeschlossen und ein Wundstreifen von mehreren Meter Breite angelegt werden. Durch die lange Einsatzdauer und die steigenden Temperaturen führte die Feuerwehr Vilseck einen internen Personalwechsel durch, um bis zum Abend mit Stärke im Einsatz tätig sein zu können. Gegen 22.00 Uhr trafen die Kräfte wieder im Gerätehaus ein. 

 

Einsatzkraft im Berg - © Feuerwehr Stadt Vilseck

 

Mit reduzierter Personalstärke wurde der V-LKW der Wehr auch am Sonntag im Einsatz gefordert. Neben dem Material der Gerätesätze war das mitgeführte Löschwasser ein gefragtes Gut. Durch das geländegängige Fahrgestell wurde an verschiedenen Einsatzabschnitten Wasser in Faltbehälter abgegeben und die Löschmaßnahmen unterstützt. Während auch am Sonntag ein Personalwechsel durchgeführt wurde, rückten gegen 17 Uhr weitere Kräfte nach, um die Rückbaumaßnahmen zu unterstützen. Zwischenzeitlich wurde deutlich, dass die durchgeführten Maßnahmen Wirkung zeigten und "Feuer aus" an die Integrierte Leitstelle gemeldet werden konnte. Gegen 21.00 Uhr rückten die Kräfte abschließend in das Gerätehaus ein und begannen mit der ersten Reinigung und Sichtung der eingesetzten Materialien. 

 

Über die gesamte Einsatzdauer zeigte die bereitgestellte Ausrüstung des MGV positive Wirkung und einen sinnvollen Einsatzzweck. Der Einsatz am Johannisberg war, nicht nur für die Kräfte der Feuerwehr Stadt Vilseck, ein einmaliger und anspruchsvoller Einsatz. Er zeigte, wie wichtig die gelebte Kameradschaft im Ehrenamt ist und dass ein Arbeiten miteinander entscheidend für den Erfolg von Maßnahmen ist. In verschiedenen Bereichen kamen unsere Kräfte mit Wehren zusammen, mit denen wir im Alltag selten zusammenarbeiten. So war auch die Kommunikation mit der Örtlichen Einsatzleitung, der Feuerwehr-Einsatzleitung und allen Mitgliedern auf Augenhöhe und wertschätzend. Die Verpflegungseinheiten, welche teils überregional den Einsatz unterstützen, sorgten für eine Verpflegung, die in derartigen Lagen ihresgleichen sucht. 

 

stv. Kommandant als Abschnittsleiter - © Feuerwehr Stadt Vilseck

 

Die abschließenden Arbeiten für die Feuerwehr Vilseck werden noch einige Tage in Anspruch nehmen, um alle Geräte zu reinigen und aufzubereiten bzw. durch die Feuerwehren der Gemeinde Freudenberg aus dem Berg transportiert zu werden.

 


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Autor:Niklas Obermeier
Foto(s):Feuerwehr Stadt Vilseck